Unser Denk- und Handlungsansatz -


Resilienz als Schlüsselkompetenz für Psychische Gesundheit


Die WHO-Definition definiert psychische Gesundheit als ein Zustand des Wohlbefindens, in dem eine Person ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, produktiv arbeiten und einen Beitrag zu ihrer Gemeinschaft leisten kann.

Um diesen Zustand zu erreichen, benötigen Personen die Fähigkeit, auch mit belastenden, schwierigen und herausfordernden Situationen umgehen zu können, ohne darüber ‚krank‘ zu werden.

Der Schlüsselbegriff zu dieser Coping-Kompetenz ist für uns die Resilienz.
Resilienz umschreibt den Prozess einer positiven Anpassung nach erlebter Belastung, bei der ein hohes Maß an Flexibilität gefordert war und in deren Prozessverlauf es nicht zu Folgeschäden (z.B. Fehlverhalten, psychische Störungen, psychopathologische Störungen) kommt. Es wird dabei eine Funktionsfähigkeit entweder erhalten oder wiederhergestellt oder entwickelt.

Der Begriff „resilience“ stammt ursprünglich aus der Physik. Dort geht es um die Beschreibung von Materialien, die resilient sind, womit „die elastischen Fähigkeiten eines Körpers“ gemeint sind, die „nach Verformungen durch äußere Kräfte“ ihre „ursprüngliche Gestalt“ wiederherstellen (Bender 1995, S. 51). Diese Vorstellung von Resilienz als eine Fähigkeit nach Beanspruchung und Belastung (Erschütterung) in die ursprüngliche Form zurückzukehren, wird im übertragenen Sinne auf die psychologische Ebene transformiert.

Welter-Enderlin (2006, 13) versteht unter Resilienz „die Fähigkeit von Menschen, Krisen im Lebenszyklus unter Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklung zu nutzen“.

Dieses Verständnis von Resilienz erweitern wir um die organisationale und gesellschaftliche Perspektive: Auch Institutionen können resiliente Kompetenzen in der Bewältigung von Herausforderungen entwickeln, ebenso kann die Gesellschaft Hilfe- und Unterstützungssysteme herausbilden und fördern, damit Menschen ‚gesund‘ aus Krisen und Notlagen herauskommen.

Resilienz und Systemdenken gehören zusammen


Für eine adäquate Beschreibung der Zusammenhänge, die für die resiliente Bewältigung von Krisen berücksichtigt werden müssen, ist das Systemdenken der passende Ansatz.

Systemdenken ist ein Entdeckungs- und Diagnoseprozess, der die Regelmechanismen erkundet, die den Problemen zugrunde liegen. Die so gewonnene Tiefenschärfe macht die Effizienz und Wirksamkeit von systemisch geleitetem Handeln aus.

Die systemische Theorie hat ihren Ursprung in der Kommunikationswissenschaft (Familientherapie und neuere Systemtheorie). Als einziger Methode ist es ihr gelungen, sich sowohl in der psychologischen Beratung und Therapie, als auch in der Unternehmensberatung und Organisationsentwicklung durchzusetzen.

Der Erfolg der Systemtheorie liegt vor allem in der Bereitstellung eines elaborierten Denkinstrumentariums, das ein angemessenes Verständnis von Wechselwirkungen von Einflussfaktoren auf Menschen und Organisationen beschreiben kann. Sie ist damit der Schlüssel für die Erarbeitung von Konzepten zur Resilienzstärkung bei Personen, sozialen, organisationalen oder gesellschaftlichen Systemen.

Daraus leiten wir für die konkrete Arbeit ab


Für unser Denken und Handeln in Beratung und Qualifizierung heißt das konkret: Wir legen großen Wert auf eine flexible zielgruppenbezogene und einzelfallbasierte Vorgehensweise.

Lineares Ursache-Wirkungs-Denken führt unserer Ansicht nach zu einer unzulässigen Trivialisierung komplexer Situationen. Wir setzen deshalb auf ein vernetztes Denken, das Wechsel-, Rück- oder Nebenwirkungen von Wirkfaktoren einbezieht.

Situations-unabhängig eingesetzte rezepthafte Interventionsversuche und vorab festgelegte Standards und Ablaufschemata sind unserer Erfahrung nach nicht dauerhaft erfolgreich, sofern sie nicht um eine maßgeschneiderte Vorgehensweise ergänzt wird, die den Bedarfen der Klienten gerecht wird.

Unser Ziel


Unser Ziel ist auf unterschiedlichen Ebenen (Mensch, Organisation, Gesellschaft) für viele Herausforderungen Konzepte für Resilienzstärkung zu entwickeln und durchzuführen. Dabei stützen wir uns auf ein großes Netzwerk von Fachkolleginnen und Fachkollegen mit systemischer Qualifikation und Erfahrungskompetenz im Bereich der Psychischen Gesundheit.